Die königl. Societät der Wissenschaften hat von
dem Hrn. Doctor G. Jos. Beer, beeidetem Augen-
arzt an der kaiserl. königl. Universität zu Wien,
drey von seiner eigenen Hand sind in natürlicher
Größe meisterhaft gezeichnete anatomisch-patho-
logische Abbildungen einer überaus merkwürdigen
krankhaften Ausartung beider Nieren zum Geschenk
erhalten, so wie dieselbe 1796 im dortigen allge-
meinen Krankenhause in der Leiche eines achtzehn-
jährigen Jünglings gefunden worden, welcher lan-
ge an einer unechten, bloß wässerigen, Harnruhr
gelitten hatte. Die Nieren waren durch Hydati-
den, die sie in ihrem Innern enthielten, zu einer
so ungeheuren Größe ausgeweitet, daß jede auf
Einen Fuß in die Länge und gegen 7 Zoll im
Querdurchmesser hielt, die Harnleiter aber mehr
als daumendick waren. – Die Hauptzeichnung
von der Vorderseite ist mit bewundernswerther
[Seite 1442] Kunst colorirt, die von der Rückseite aber aufs
vortrefflichste in schwarzer Kreide gearbeitet. –
Das Präparat ist in dem pathologischen Museum
des Spitals aufbewahrt, und Hr. Hofr. Frank ge-
denkt die ausführliche Geschichte dieses merkwür-
digen Falles bekannt zu machen.