Die sogenannten
Functiones naturalesdie das
Ernährungs-Geschäfte der Thiere
im weitem Sinne begreifen, machen
um
so füglicher den Anfang, da sie einer-
seits
allen Thierclassen ohne Ausnahme
zukommen, ja sogar, Wenn gleich
auf
eine andre Weise, den Pflanzen mit den
Thieren gemein sind:
anderseits aber
doch auch gerade in der eigenthümli-
chen Art wie sie von den Thieren voll-
zogen werden, ein Hauptcharacter der
Animalität
liegt; insofern nemlich die
Thiere diejenigen organisirten
Körper
sind, die in der Regel
Als Einseitige Ausnahmen von dieser
Regel könnte man
theils solche Thiere
anführen, an welchen man vor
der
Hand noch keinen Mund hat entdecken
können (wie z.B.
manche sogenannte In-
fusionsthierchen, und
gewissermassen
auch manche Quallen, die wenigstens
keine
einfache dergleichen Oeffnung,
sondern mehrere Mündungen zur
Auf-
nahme ihrer Nahrung zeigen): –
theils
solche, an welchen bis jetzt noch keine
deutliche
willkührliche Bewegung beob-
achtet worden
(wie z. E. an manchen
wirklichen
Blasenswürmern).
Allein man ist neuerlich weiter ge-
gangen, und hat sogar Dinge für
Thiere
erklärt, an welchen doch weder das
Eine noch das
Andre, eben so wenig
ein Mund als willkührliche Bewegung
zu
finden ist. Dag sind gewisse hydropi-
sche Blasen, die sich zuweilen bey der
Leichenöffnung
wassersüchtiger Personen
(seltener bey andern warmblütigen
Thie-
ren) zumal in der sogenannten
Bauch-
höle, und zwar theils in zahlloser
Menge
und verschiedner Grösse, von der eines
Gänse-Eyes bis
zu der des kleinsten
Nadelknopfs gefunden haben. So
viel
ich aber an einer Mannichfaltigkeit der-
selben habe sehen können, die ich im
Aug.
97 aus der frischen Leiche eines
wassersüchtigen Greises
erhalten habe
(dessen Krankheitsgeschichte und
Section
Hr. Hofr. Richter in
Hrn. geh. Hofr.
Loder’s Chirurg.
Journal III. B. S. 415
u. f. beschrieben hat), so differiren
diese,
in ihrem ganzen Bau, und namentlich.
in der
Beschaffenheit ihrer Häute, doch
weit mehr von den wahren
Blasenwür-
mern als von so manchen andern
ledig-
lich krankhaften Wasserblasen, die
sich
nicht selten im Körper warmblütiger
Thiere finden,
und so unwiderredlich
bloss aus widernatürlich
umgebildeten
Gefässen und Häuten entstanden sind,
dass
an keine eigenthühmliche selbst-
ständige
Animalität derselben zu den-
ken ist. So habe
ich z.B. gerade jetzt
ähnliche Wasserblasen aus einer
eben
geöffneten Henne vor mir, wovon die
grössten (von
der Grösse eines kleinen
Hünereyes), so wie jene aus der
ge-
dachten Leiche ganz frey und losse
la-
gen, die zahlreichen übrigen aber
durch
ihre Verbindung mit dem Eyerstocke
auf den ersten
Blick zeigen, dass sie
nichts anders als Dotterhäute (calyces)
sind, die aus krankhafter
Ursache statt
des Dotters Lymphe enthalten.
ihre Nahrung