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Quellen zum Sammlungsbestand des Academischen Museums
(bis zum Jahr 1840)
Das Academische Museum der Universität Göttingen. Aquarellierte Federzeichnung von Friedrich Besemann (1796–1854), 1816. Städtisches Museum Göttingen, Inventar-Nr. 1933/23. Ausschnitt; für vollständige Ansicht anklicken.
Übersicht Weitere Sammlungszugänge
„Catalogus“ des Museums (1778) Zeitgenössische Publikationen
„Notizen zu allerhand im Museum“ Herbarium (bis 1792)
Cook/Forster-Sammlung „Schlütersche Mineraliensammlung“ (neues Fenster)
Asch-Sammlung
Vgl. auch Forschungsliteratur zur Geschichte des Academischen Museums
Übersicht
Ein Gesamtverzeichnis des Sammlungsbestandes des Academischen Museums in Blumenbachs Zeit existiert lediglich für die Gründungszeit („Catalogus“ des Museums). Der spätere Sammlungsbestand ist anhand von Einzelnachrichten rekonstruierbar:
- Einzelne Objekte verzeichnete Blumenbach in einem wohl zwischen 1790 und 1818 geführten Notizbuch.
- Für drei große, hinsichtlich ihrer Provenienz zusammengehörige Sammlungsbestände – die Cook/Forster-Sammlung, die Sammlung Asch und die Schlütersche Mineraliensammlung – existieren Verzeichnisse bzw. Teilverzeichnisse aus Blumenbachs Zeit.
- Zahlreiche weitere Sammlungszugänge sind archivalisch dokumentiert.
- Daneben gibt es zeitgenössische Publikationen sowohl zum Sammlungsbestand und seiner Entwicklung als Ganzem als auch Berichte Blumenbachs über neu erworbene Einzelobjekte oder Objektgruppen.
„Catalogus“ des Academischen Museums
Als Grundstock des Academischen Museums der Universität Göttingen wurde 1773 die private Naturaliensammlung Christian Wilhelm Büttners (1716–1801) angekauft (Quellen zum Ankauf und zum Prozess der Einrichtung des Academischen Museums und Blumenbachs Rolle dabei demächst in Graepler, Daniel: „»Was ist das ganze Museum, wenn keine Ordnung drinnen ist?« Christian Wilhelm Büttners Münz- und Naturalienkabinett und die Ursprünge der Münzsammlung der Universität Göttingen.“ In: [Aufsatzband zur Ausstellung „Alphabete der Natur – der Sammler Christian Wilhelm Büttner“]; im Druck). Ein Verzeichnis der Einzelstücke der Sammlung Büttners existiert nicht, sondern nur eine Liste der Objektkategorien („Allgemeine Beschreibung“ des Büttner’schen Kabinetts, Anlage an das Antragsschreiben des Hannoverschen Geheimen Ratskollegiums an König Georg III., 20.4.1773, Niedersächsisches Landesarchiv, HA Hann. 92 Nr. 1016, Blatt 101–105; Digitalisat via Archivinformationssystem Niedersachsen und Bremen; Transkription in Graepler, a. a. O.).
Blumenbach katalogisierte zwischen 1773 und 1778 die Sammlungen des Academischen Museums. Er erfasste dabei außer dem Büttnerschen Ausgangsbestand auch schon die Neuzugänge seit 1773, z. B. die Schenkungen der Fürstin-Witwe von Waldeck-Pyrmont (vgl. separates Verzeichnis von 162 geschenkten Objekten, teilw. mit ausführlicheren Angaben als im späteren Museumsverzeichnis, in Dougherty, Frank William Peter: The correspondence of Johann Friedrich Blumenbach. Rev., augm. and ed. by Norbert Klatt. Band 1 (1773–1782). Göttingen 2006 (Brosamen zur Blumenbach-Forschung; 2), Nr. 80, S. 141–147) und die sogenannte „Schlütersche Mineraliensammlung“ (1595 Metall- und Mineralienproben).
Das von Blumenbach im Herbst 1778 vorgelegte Verzeichnis nennt 13.002 Objekte aus den Bereichen Mineralogie/Geologie, Botanik, Zoologie, Paläontologie und Medizin. Zwei Ausfertigungen des Katalogs befinden sich im heutigen Institut für Ethnologie der Universität Göttingen:
Blumenbachs in Leder gebundene „Urschrift“, ohne Titel. (Universität Göttingen, Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung, Wissenschaftliches Kulturarchiv, noch ohne Signatur). Die Seiten sind nicht nummeriert. Digitalisat (via Göttinger Digitalisierungszentrum) mit (nur seitenweise anzeig- und durchsuchbarer) Transkription (erreichbar über „Ansicht - Volltext“ bzw. „Volltext“); komplett durchsuchbare PDF-Datei der Transkription.
Eine in starken blauen Karton gebundene Zweitausfertigung (Titelblatt: „Catalogus des academischen Musei zu Göttingen“), nicht von Blumenbachs Hand (Universität Göttingen, Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung, Wissenschaftliches Kulturarchiv, noch ohne Signatur). Digitalisat (via Göttinger Digitalisierungszentrum).
Mit (wohl moderner) Foliierung mit Bleistift. Die Zweitausfertigung enthält Abschreibefehler, z. B. „Spanisches Bureau“ (fol. 120 „Kunstsachen“, Nr. 2) statt korrekt „Japanisches Bureau“, vgl. Urban, Manfred: „Die völkerkundliche Sammlung.“ In: Hoffmann, Dietrich; Maack-Rheinländer, Kathrin (Hrsg.): »Ganz für das Studium angelegt«: Die Museen, Sammlungen und Gärten der Universität Göttingen. Göttingen 2001, S. 91–98, hier S. 98 Anm. 4.
Ein weiteres Exemplar befindet sich in London:
Abschrift mit dem Titel „Catalogus des academischen Musei zu Goettingen“ (fol. 3r); mit vorgebundenem Widmungsschreiben des Geheimen Ratskollegiums in Hannover vom 7. Jan. 1779 an Georg III. von Großbritannien (London, British Library, London, King’s Mss. 394), vgl. Dougherty, Frank William Peter: The correspondence of Johann Friedrich Blumenbach. Rev., augm. and ed. by Norbert Klatt. Band 1 (1773–1782). Göttingen 2006 (Brosamen zur Blumenbach-Forschung; 2), Brief 101, S. 166 Anm. *. Die Abschrift beruht wohl auf der o. g. Zweitausfertigung, da sie z. B. den Abschreibefehler „Spanisches Bureau“ (fol. 212, Nr. 2) enthält, der aus der an dieser Stelle sehr gut lesbaren Erstausfertigung kaum erklärbar ist.
Das Exemplar enthält zwei Federzeichnungen: Auf fol. 2v einen Grundriss des Raumes, in dem das Academische Museum bis 1793 untergebracht war, mit eingezeichneten Aufbewahrungsschränken und Legende zu deren Inhalt; auf fol. 4r eine Innenansicht des Raumes. Publikation der Abbildungen in Vorbereitung (für 2021) durch Daniel Graepler; vgl. vorläufig Abbildungen im Vortragvideo „Das Akademische Museum Göttingen“ von Mike Reich vom 3. November 2015 im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Wissensort Museum. Traditionen – Positionen – Perspektiven“ an der Universität Göttingen, Video (Youtube-Kanal der Universität Göttingen), ab Minute 17:16.
Zur Unterbringung des Museums vgl. Beer, Günther: „Beitrag zur Baugeschichte des Akademischen Museums 1773 bis 1877 mit drei Gebäudeplänen des Akademischen Museums (1832 – 1842 – 1862).“ In: Museum der Göttinger Chemie. Museumsbrief, Heft 29 (2010), S. 2–20. Digitalisat.
Eine Transkription der Ordnungskategorien des „Catalogus“ (Urschrift) mit Angabe der Anzahl der jeweils zu einer Kategorie verzeichneten Sammlungsobjekte bietet Nawa, Christine: Sammeln für die Wissenschaft? Das Academische Museum Göttingen (1773–1840). Göttingen 2010, S. 126–134 (Digitalisat).
„Catalogus“ des Museums (1778)
Cook/Forster-Sammlung
Asch-Sammlung
Weitere Sammlungszugänge
Zeitgenössische Publikationen
Herbarium (bis 1792)
„Notizen zu allerhand im Museum“
Die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen besitzt außerdem ein Notizbuch Blumenbachs zu Sammlungsobjekten im Museum. Die Eintragungen beginnen wohl in den 1790er Jahren und wurden bis mindestens 1818 (vgl. fol. 35r) fortgesetzt.
Blumenbach Handschrift I: „Notizen zu allerhand im Museum“. Digitalisat (via Göttinger Digitalisierungszentrum).
Grüner Einband, Format 16,5 x 21 cm, 46 Blätter und eingeklebte Zettel, mittlere Seiten nicht beschrieben, unpaginiert.
Inhalt: Angaben zu kulturhistorischen und naturhistorischen Objekten in der Sammlung, z. B. zu ihrer Herkunft, Verwendung etc., zum Teil mit Literaturhinweisen, u. a. auf Peter Simon Pallas, Johann Gottlieb Georgi, Johann Heckewelder, (Johann Georg?) Gmelin, (Engelbert?) Kaempfer, Carsten Niebuhr, Albrecht von Haller. Das Schriftbild lässt darauf schließen, dass Blumenbach die Eintragungen zu unterschiedlichen Zeiten und bis ins hohe Alter vor­genommen hat (Angaben unter Benutzung einer dem Notizbuch beiliegenden Handschriftenbeschreibung aus dem Jahr 1993). Vgl. Dougherty, F. W. P.: The correspondence of Johann Friedrich Blumenbach. Göttingen: Klatt, 2006–2015. Band 5 (2013), S. 708. Digitalisat.
Darin u. a. verzeichnet ein 1794 in das Museum gelangter prähistorischer Kahn aus dem Moor bei Ottersberg (fol. 42r), der in anderen Verzeichnissen oder in Publiktionen sonst nicht erwähnt zu sein scheint; vgl. Brief des Geheimen Ratskollegiums an Blumenbach vom 21. Oktober 1794, Dougherty, Corresp. IV, S. 355 Nr. 0875.
„Catalogus“ des Museums (1778)
Asch-Sammlung
„Notizen zu …“
Weitere Sammlungszugänge
Zeitgenössische Publikationen
Herbarium (bis 1792)
Verzeichnisse der Cook/Forster-Sammlung
Im Archiv des Instituts für Ethnologie der Universität Göttingen befinden sich zwei Verzeichnisse, die in Zusammenhang mit der Schenkung von Objekten aus dem Pazifikraum an das Academische Museum im Jahr 1782 (sog. „Cook-Sammlung“) und dem Ankauf von weiteren Objekten aus dieser Region aus dem Nachlass von Johann Reinhold Forster im Jahr 1799 entstanden sind.
Humphrey, George: Catalogue of Manufactures, Mechanical Performances, and other Inventions of the Natives of the new-discovered, or but seldom visited Countries in the pacific Ocean. London 1782 (67 Bl.); ders.: Catalogue of the Rarities from the new discovered Islands, in the South seas, Part 2d.
Von George Humphrey (1739–1826) verfasstes, nach Sachgruppen geordnetes Verzeichnis von mehr als 350 Einzelobjekten. Beschreibung in: Urban, Manfred: „Die Erwerbungsgeschichte der Göttinger Sammlung/ The Acquisition History of the Göttingen Collection.“ In: Hauser-Schäublin, Brigitta; Krüger, Gundolf (Hg.): James Cook. Gaben und Schätze aus der Südsee. Die Göttinger Sammlung Cook/Forster / James Cook. Gifts and Treasures from the South Sea. The Cook/Forster Collection, Göttingen. München, New York: Prestel, 1998, S. 56–85, hier S. 61–63 (mit Transkription der Überschriften der Sachgruppen und zwei Abb.). „Der Humphrey-Katalog, mit großer Umsicht verfaßt, ist mit vielfältigen wissenschaftlich verwertbaren Daten versehen. Die Objekte werden in der Regel einzeln, zum Teil sehr ausführlich, beschrieben. So werden detaillierte Angaben zu Material, Funktion und Herkunftsgebiet der einzelnen Stücke gemacht. […] Verschiedentlich wird auch die einheimische Bezeichnung angeführt sowie die Herstellung der Produkte eingehend beschrieben.“ (A. a. O., S. 62).
Nachlassakte zu Johann Reinhold Forster: „Verzeichnis der Südsee Sachen. Halle 1799.“
Von unbekannter Hand geschriebenes, einseitiges Verzeichnis, gegliedert in drei Großgruppen („A Waffen“ „B Geräthe und Naturalien“ „C Kleidung“), 69 Nummern mit etwa 160 Einzelobjekten. Ausführliche Beschreibung in: Urban, a. a. O., S. 70–72, vollständige Abbildung S. 72. Auszüge aus dem Verzeichnis in Urban, Manfred: 200 Jahre Göttinger Cook-Sammlung. Veröffentlichung von Institut und Sammlung für Völkerkunde der Universität Göttingen. Göttingen, 1982.
Ein ebenfalls im Archiv des Instituts für Ethnologie der Universität Göttingen vorhandenes kumulatives Verzeichnis der Cook- und der Forster-Sammlung nennt darüber hinaus 20 gesondert erworbene Objekte aus dem Pazifikraum.
„Verzeichnis der Kunstsachen [gestrichen und ersetzt durch „Handarbeiten“] und Naturalien aus den Südsee Inseln.“
Beschreibung in Urban, a. a. O., S. 73–76. 18 große Bögen; verfasst von Johann Friedrich Osiander (1787–1855), entstanden nach ca. 1812–1814. Hierzu existiert eine mehrfach überarbeitete „Rohschrift“ dieses Verzeichnisses, das z. T. ausführlichere Angaben enthält.
Vgl. das moderne Verzeichnis der Cook/Forster-Sammlung in Hauser-Schäublin, Brigitta; Krüger, Gundolf (Hg.): James Cook. Gaben und Schätze aus der Südsee. Die Göttinger Sammlung Cook/Forster / James Cook. Gifts and Treasures from the South Sea. The Cook/Forster Collection, Göttingen. München, New York: Prestel, 1998, S. 277–345. Eine Online-Galerie der Cook/Forster-Sammlung mit Farbfotos aller Objekte, Angabe der Nummern im Verzeichnis von Humphrey, Erläuterungen zu den Objekten und wissenschaftlichen Begleitaufsätzen zur Sammlung bietet das National Museum of Australia.
„Catalogus“ des Museums (1778)
„Notizen zu …“
Cook/Forster-Sammlung
Weitere Sammlungszugänge
Zeitgenössische Publikationen
Herbarium (bis 1792)
Asch-Sammlung
Zwischen 1771 und 1806 erhielt die Universität Göttingen ca. 40 umfangreiche Geschenksendungen des russischen Mediziners und Staatsbeamten Georg Thomas von Asch (1729–1807) mit Büchern und Handschriften und ab 1778 auch mit Sammlungsobjekten aus dem russischen Reich und dessen nordasiatischen Territorien und aus Zentralasien. Sofern es sich um Bücher, Landkarten und Münzen handelte, wurden sie in Göttingen der Universitätsbibliothek zugewiesen; ethnographische, zoologische, bota­nische, mineralogische und paläontologische Objekte kamen in das Academische Museum. Anthropologische Objekte – Schädel und Skelette/Skelettteile –, die von Asch sandte, waren Geschenke für Blumenbachs private Sammlung. Ein zeitgenössisches Gesamtverzeichnis der Objekte ist bisher nicht bekannt. Angaben zum Inhalt der Geschenksendungen von Aschs finden sich in den Ankündigungs- bzw. Begleitbriefen an Christian Gottlob Heyne und in Listen, die den Paketen beigelegt waren. Bücher, Münzen und Kupferstiche scheinen in den Listen relativ vollständig erfasst zu sein. Ethnographika sind hingegen zumeist nicht in den Listen selbst verzeichnet, sondern als nicht mit Nummern versehener Anhang zu diesen (freundliche Auskunft von Dr. Gudrun Bucher, Göttingen), vgl. Abb. einer solchen Liste mit ethnographischem Anhang in Siemon, Rolf: „The Acquisition History from Göttingen’s Perspective.“ In: Hauser-Schäublin, Brigitta; Krüger, Gundolf (Hg.): Siberia and Russian America: culture and art from the 1700s; the Asch collection, Göttingen. Kultur und Kunst des 18. Jahrhunderts; die Sammlung von Asch, Göttingen. München [u.a.]: Prestel, 2007, S. 220–222, hier S. 220 Abb. 1; größere, aber kontrastreduzierte Abb. derselben Liste S. 218. Die Briefe und Listen befinden sich heute in der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und im niversitätsarchiv Göttingen:
Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Cod. Ms. Asch 1; Teil I für die Jahre 1772–1787; Teil II für die Jahre 1788–1807. Zitate aus diesen Briefen in Hauser-Schäublin und Krüger, 2007, Katalogteil, S. 234–285, in den dortigen Objektbeschreibungen.
Universitätsarchiv Göttingen (UAG), Kur 4 V g 9, fol. 47ff. Konvolut mit Listen, fast ausschließlich mit naturgeschichtlichen Objekten, vgl. die tabellarische Auflistung in Nawa, a. a. O., S. 65–71 und S. 148–149.
Es existieren zwei von Johann Friedrich Osiander wohl um 1812 angelegte Teilverzeichnisse ethnographischer Ob­jekte. Die beiden Verzeichnisse enthalten offenbar weitgehend dieselben Objekte mit identischen oder nur leicht variierten Beschreibungen, vgl. die Zitate aus den Listen in den Objektbeschreibungen in Hauser-Schäublin und Krüger, 2007, Katalogteil, S. 234–285. Die Verzeichnisse befinden sich im Institut für Ethnologie der Universität Göttingen:
„Seltenheiten von nordischen Völkern durch den Baron Asch an das Museum geschenkt.“ Universität Göttingen, Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung, Wissenschaftliches Kulturarchiv, ohne Signatur.
Auch als „Osiander I“ bezeichnet; mit einem Anhang „Natural. aus dem Thierr. von B. Asch“. Wohl 1812 entstanden, 117 Haupteinträge, vgl. Siemon, a. a.  O., S. 221f. mit Abb. der ersten Seite (mit der – unzutreffen­den – Herkunftsangabe „Institute of Cultural and Social Anthropology“).
„Kunstsachen von asiatischen meist nordasiatischen Völkern. Sie sind größtentheil Geschenke des Herrn Baron von Asch ans academ. Museum. S. das Verzeichniß der 40 Sendungen von naturhistorischen Geschenken des H. Bar. v. Asch. J. F. Osiander.“ Universität Göttingen, Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung, Wissenschaftliches Kulturarchiv, ohne Signatur.
Auch als „Osiander II“ bezeichnet. Wohl nach „Osiander I“ entstanden, einige dort genannte Objekte fehlen, vgl. Siemon, a. a. O., S. 221.
Einen Katalog der heute im Institut für Ethnologie der Universität Göttingen vorhandenen ethnographischen Objekte der Provenienz Asch mit Objektbeschreibungen und Abbildungen enthält Hauser-Schäublin und Krüger, 2007, S. 234–285. Der Band enthält auch Überblicksaufsätze zur Überlieferungssituation der übrigen von von Asch geschenkten Objektgruppen (Handschriften und Landkarten; Bücher; Münzen und Medaillen; Gemälde; geowissenschaftliche Objekte). Demnach sind von den dem Academischen Museum zugewiese­nen Objekten in den heutigen geowissenschaftlichen Sammlungen der Universität Göttingen bisher 80 paläontologische, 50 geologische und 600 mineralogische Objekte dieser Provenienz identifiziert worden, vgl. Reich, Mike: „Geowissenschaftliche Sammlungen.“ In: Hauser-Schäublin und Krüger, 2007, S. 26–29.
„Catalogus“ des Museums (1778)
„Notizen zu …“
Cook/Forster-Sammlung
Asch-Sammlung
Zeitgenössische Publikationen
Herbarium (bis 1792)
Weitere Sammlungszugänge
Zahlreiche Ankäufe und Schenkungen sind in den Kuratorialakten im Universitätsarchiv Göttingen und im Archiv des Instituts für Ethnologie Göttingen dokumentiert. Eine tabellarische Übersicht solcher Dokumente über Sammlungs­zuwächse (mit Archivsignaturen) für den Zeitraum 1773 bis 1841 bietet Nawa, Christine: Sammeln für die Wissenschaft? Das Academische Museum Göttingen (1773–1840). Göttingen 2010, S. 65–71 und 148–149 (Digitalisat). Für den Zeitraum von 1773 bis zu Blumenbachs Tod werden – ohne die Schenkungen von Aschs und die Cook/Forster-Sammlung – 62 Sammlungszugänge genannt.
Nawa, a. a. O., S. 65, nennt eine Schenkung von Christiane Henriette von Waldeck-Pyrmont aus dem Jahr 1778 (Universitätsarchiv Göttingen UAG Kur 4 V g 4). Es existiert eine von Blumenbach verfasste Liste dieser Objekte: „Verzeichnis der Naturalien womit die verwitbete Fürstin von Waldeck das academische Museum beschenkt hat“ (Göttingen, Universitätsarchiv, Kur. 7341, S. 1–5, vom 27. Juli 1778). Sie umfasst 162 Sammlungsobjekte, teilweise mit genauer Beschreibung; vgl. Dougherty, Frank William Peter: The correspondence of Johann Friedrich Blumenbach. Rev., augm. and ed. by Norbert Klatt. Band 1. Göttingen: Klatt, 2006, S. 141 Nr. 0080.
Drei nicht bei Nawa, a. a. O., verzeichnete größere Sammlungszuwächse (zoologische Objekte aus Südafrika von Christian Heinrich Friedrich Hesse, 1809–1817; präparierte Vögel und Säugetiere von Georg Klener, 1811; italienische und schottische Seetiere von [Adolph Wilhelm?] Otto, 1823) nennt Keferstein, Wilhelm: „Bericht über das zoologisch-zootomische Institut im Jahr 1864.“ In: Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften und der G. A. Universität zu Göttingen 1865, Nr. 1 (11. Januar), S. 25–40, hier S. 28 (Digitalisat).
„Catalogus“ des Museums (1778)
„Notizen zu …“
Cook/Forster-Sammlung
Asch-Sammlung
Weitere Sammlungszugänge
Herbarium (bis 1792)
Zeitgenössische Publikationen
Überblicksdarstellungen         Berichte zu Einzelobjekten         Abbildungen naturhistorischer Gegenstände
Es existieren mehrere zeitgenössische Beschreibungen des Academischen Museums, vgl. die Zusammen­stellung in Plesker, Nadine: „Das Königlich Academische Museum in Göttingen.“ In: Savoy, Bénédicte (Hg.): Tempel der Kunst. Wien: Böhlau Verlag, 2015, S. 413–442 (erweiterte Neuauflage von: Plesker, Nadine: „Das Königlich Academische Museum in Göttingen.“ In: Savoy, Bénédicte (Hg.): Tempel der Kunst. Mainz: Zabern, 2006, S. 261–277, 476–483 (Quellenauszüge). Sie enthalten meist eher summarische Beschreibungen des Sammlungsbestandes.
Detailliertere Angaben enthalten die Bände 2 (1788), 3 (1820) und 4 (1837) des Versuchs einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität zu Göttingen.
„3. Vom Museum.“ In: Versuch einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität zu Göttingen. Zweyter Theil von 1765. bis 1788. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1788, S. 232–240 § 166–174; Digitalisat.
„3. Vom Museum.“ In: Versuch einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität zu Göttingen. Dritter Theil von 1788 bis 1820. Vom geheimen Justizrath Pütter; fortgesetzt vom Professor Saalfeld. Hannover : Im Verlage der Helwingschen Hofbuchhandlung, 1820, S. 419–423 § 164–167; Digitalisat; vgl. Bibliographie-Nr. 00179.
Beschreibung der Aufstellung der Sammlungen in dem ab 1793 für das Academische Museum genutzten Gebäude am Papendiek und der Neuerwerbungen seit 1788; verfasst von Blumenbach und Johann Friedrich Ludwig Hausmann (vgl. Vorwort, S. VII).
„4. Museum.“ In: Versuch einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität zu Göttingen. Vierter Theil von 1820 bis 1837. Vom geheimen Justizrath Pütter und nach ihm vom Professor Saalfeld; fortgesetzt vom Universitätsrathe Dr. Oesterley. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1838, S. 90–91 § 40; Digitalisat.
Nennung einzelner besonders bedeutsamer Erwerbungen zwischen 1820 und 1837.
Drei Pläne aus den Jahren 1831/1832, 1842 und 1862 dokumentieren die Verteilung der Sammlungen auf die Räume des Museumsgebäudes, vgl. Beer, Günther: „Beitrag zur Baugeschichte des Akademischen Museums 1773 bis 1877 mit drei Gebäudeplänen des Akademischen Museums (1832 – 1842 – 1862).“ In: Museum der Göttinger Chemie. Museumsbrief, Heft 29 (2010), S. 2–20. Digitalisat.
Von Blumenbach gibt es zwei Überblicksdarstellungen zu den Sammlungen des Museums aus den Jahren 1779 und 1787.
„Etwas vom Akademischen Museum in Göttingen.“. In: Göttinger Taschen-Calender : für das Jahr 1779, S. 45–57. Bibliographie-Nr. 01012.
„Einige Nachrichten vom academischen Museum zu Göttingen.“ (2 Teile). In: Annalen der Braunschweig-Lüneburgischen Churlande 1. Jg. (3. Stück, 1787), S. 84–99; 2. Jg. (2. Stück, 1787), S. 25–35. Bibliographie-Nr. 00772 und 00773, mit Verweisen auf spätere, bearbeitete Fassungen dieses Textes.
Mehrfach hat Blumenbach über Neuerwerbungen des Academischen Museums publiziert. In chronologischer Reihenfolge:
„[Überschrift:] Göttingen.“ In: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen 1782 (97. Stück, 12. August), S. 777–781. Bibliographie-Nr. 00239.
Bericht über den Zugang der „Sammlung von Naturalien und Kunstsachen, aus den […] neuentdeckten oder doch vorher wenig bekannten Ländern der Südsee“ für das Academische Museum.
„Beyträge zur materia medica aus dem academischen Museum in Göttingen.“ In: Medicinische Bibliothek Bd. 1, 1. Stück (1783), S. 166–172. Bibliographie-Nr. 00941.
Forschungsnotiz zu „Merkwürdigkeiten […], die im academischen Museum befindlich sind“: südamerikanischer „Cortex Winteranus“, Baumharz („Drachenblut“) aus Australien und zwei Pfeile mit vergifteten Spitzen aus Südamerika.
„[Überschrift:] Ebendaselbst. [Göttingen. S. 137].“ In: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen 1786 (15. Stück, 28. Januar), S. 138–139. Bibliographie-Nr. 00279.
Präsentation einer von Friedrich Büchner an das Academische Museum geschenkten „verhärtete[n] Leibesfrucht“.
„[Überschrift:] Göttingen.“ In: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen 1797 (17. Stück, 30. Januar), S. 161–167. Bibliographie-Nr. 00381.
Bericht zur russischen Billings-Sarycev-Expedition in den Nordostpazifik (1785–1794) und zu den ca. 450 Sammlungsobjekten von dieser Reise, die Georg Thomas von Asch dem Academischen Museum schenkte.
„Ueber die ausnehmende Dauerhaftigkeit des ächten Ceder-Holzes (von Juniperus oxycedrus).“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 2, 1. Stück (1800), S. 24–26. Bibliographie-Nr. 00861.
Über ein von John Hawkins geschenktes Stück Zedernholz vom „Propyläum zu Athen“ im Academischen Museum.
„Ueber einige ägyptische Fossilien.“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 2, 1. Stück (1800), S. 26–30. Bibliographie-Nr. 00862.
Über Gesteinsproben aus Gizeh für Blumenbachs eigene Sammlung und das Academische Museum.
„[Überschrift:] Göttingen.“ In: Göttingische Anzeigen von gelehrten Sachen 1801 (21. Stück, 5. Februar), S. 201–202. Bibliographie-Nr. 00426.
Bericht über von Johann Konrad Hiltebrand an das Academische Museum geschenkte Schädel(teile).
„[Überschrift:] Göttingen.“ In: Göttingische gelehrte Anzeigen 1809 (93. Stück, 12. Juni), S. 921–922. Bibliographie-Nr. 00494.
Bericht über Geschenke von König Jérôme von Westphalen, „Naturalien, so wie von osteologischen Präparaten zur vergleichenden Anatomie“ an das Academische Museum, unter anderem von „Quadrupeden und Vögeln aus Guiana und dem benachbarten Südamerica“ (mit detaillierter Nennung der Tierarten), ein „Skelet eines Ceilanischen Elephanten“, ein „Elfenbeinzahn“, und zwei „Schalen der Vater Noah’s Schulpe“. Vgl. auch Johann Ludwig Christian Carl Gravenhorsts genauere quantitativere Angaben zum Umfang der Schenkung – Exemplare (teils mehrere) von 233 Tierarten – und taxonomische Bestimmung von ca. 35 Tierpräparaten der Sammlung in Göttingische gelehrte Anzeigen 1809 (191. Stück, 2. Dez.), S. 1897–1904 (Digitalisat).

Anm.: Diese königliche Privatschenkung verblieb nach dem Ende des Königreichs Westphalen 1814 in Göttingen. Neben der Privatschenkung wurden 1809 auch 31 Objekte aus dem Kasseler Museum nach Göttingen abgegeben, vgl. das „Verzeichnis derjenigen naturhistorischen Gegenstände, welche von dem Casselschen an das Göttingische Museum abgegeben, und von mir, unterschriebenen zweiten Aufseher des Museum [Gravenhorst] zu Göttingen in Empfang genommen sind“ (2.4.1809), heute Archiv des Instituts für Ethnologie der Universität Göttingen, Akten 1 - Altakten lose (Angabe aus Nawa in Göttinger Jahrbuch 2010, S. 38 Anm. 134). Die Kasseler Museumsobjekte wurden nach 1814 wieder zurückgegeben, vgl. Keferstein, a. a. O., S. 28.
„[Überschrift:] Göttingen.“ In: Göttingische gelehrte Anzeigen 1809 (111. Stück, 15. Juli), S. 1097–1098. Bibliographie-Nr. 00497.
Bericht über eine dem Academischen Museum geschenkte Tibetanischen „Land-Apotheke“.
Objekte im Academischen Museum sind u. a. auch erwähnt in den Publikationen Bibliographie-Nr. 00255 (präparierter Vogel: „Edle Atzel“ von den Sandwich-Inseln); 00543 (chinesische Plastik eines „Ki-lin“, von G. T. von Asch); 00969 (antikes Schilf aus Mesopotamien, von C. Niebuhr).
In den Abbildungen naturhistorischer Gegenstände gibt Blumenbach in 20 Fällen Objekte aus dem Museum (meist mit Nennung des Donators) als Vorlage an.
Nr. 14 (Manis Tetradactyla. Der Phatagin), Bibliographie-Nr. 00670
Nr. 16 (Certhia coccinea; mit Erwähnung von Objekten im Museum, die mit dessen Federn dekoriert sind), Bibliographie-Nr. 00672
Nr. 19 (Backenzähne […] vom Asiatischen Elephanten, […] vom Africanischen), Bibliographie-Nr. 00675
Nr. 22 (Der zweyzehichte Ameisenbär oder kleine Tamandua aus Brasilien), Bibliographie-Nr. 00678
Nr. 23 (Bos grunniens. Der Tibetanische Büffel (– Yak –) mit dem köstlichen Schweif; nur Schwanz), Bibliographie-Nr. 00679
Nr. 26 (Lacerta crocodilus. Der Nil-Crocodil), Bibliographie-Nr. 00682
Nr. 27 (Der Nil-Crocodil noch im Ey), Bibliographie-Nr. 00683
Nr. 31 (Vespertilio spectrum. Der wahre Vampyr), Bibliographie-Nr. 00687
Nr. 36 (Rana pipa), Bibliographie-Nr. 00692
Nr. 37 ([Gebisse von] 1. Crotalus horridus. Eine Klapperschlange. 2. Boa constrictor. Die Riesenschlange), Bibliographie-Nr. 00693
Nr. 45 (Motacilla calliope), Bibliographie-Nr. 00701
Nr. 46 (Aptenodytes chrysocome. Bougainville’s Pingouin sauteur), Bibliographie-Nr. 00702
Nr. 55 (Falco serpentarius. Der Secretär, Messager du Cap, Sagittarius), Bibliographie-Nr. 00711
Nr. 56 (Emberiza aureola), Bibliographie-Nr. 00712
Nr. 57 (Raja torpedo. Der Zitter-Roche), Bibliographie-Nr. 00713
Nr. 75 (Strix nyctea. Die Schnee-Eule), Bibliographie-Nr. 00731
Nr. 78 (Echeneis remora. Der Saugefisch), Bibliographie-Nr. 00734
Nr. 83 (Tatu novemcinctus. Das Armadill mit 9 Rückengürteln), Bibliographie-Nr. 00739
Nr. 91 (Cercopithecus seniculus. Der rothe Brüllaffe), Bibliographie-Nr. 00747
Nr. 93 (Lutra brasiliensis. Die Brasilische Flussotter, der Wasserwolf), Bibliographie-Nr. 00749
Nr. 97 (Struthio casuarius), Bibliographie-Nr. 00753,
Zahlreiche Hinweise auf Sammlungsobjekte im Academischen Museum finden sich im Briefwechsel Blumenbachs.
„Catalogus“ des Museums (1778)
„Notizen zu …“
Cook/Forster-Sammlung
Asch-Sammlung
Weitere Sammlungszugänge
Zeitgenössische Publikationen
Herbarium (bis 1792)
Der „Catalogus“ des Academischen Museums enthält zusammenfassende Angaben zu dessen botanischen Beständen (in der unpaginierten Urschrift fol. [163], in der Abschrift mit blauem Kartoneinband und moderner Bleistift-Paginierung fol. 173):
Die große Kräuter Sammlung des Musei enthält auser den zahlreichen Pflanzen die Herr Professor Büttner auf seinen Reisen durchs Nordliche Europa und nachher beÿ seinem Aufenthalt in Goettingen gesammlet; und auser einer ansehnliches Collection ausländischer Gewächse die nach der Hand aus Holland dazu erkauft worden, – noch 82 Volumina, welche aus des Hannöverischen Leib Medicus Von Hugo Verlaßenschaft auf die Universitæts-Bibliothec und von da ins Museum gekommen sind; worunter sich 12 Volumina Malabarischer Pflanzen, wozu die Etiquetten in Malabarischer Sprache auf Palmblätter geschrieben sind – sehr viele andre exotische Gewächse, die der große Pariser Botaniste Vaillant für Herrn Von Hugo gesammlet – viele Bände Schweizer Pflanzen von der Hand des Herrn Von Haller – eine große Collection aus dem Leidner Garten – eine andre von Englischen Gewächsen u. s. w. befinden[.] (Transkription der Urschrift)
Außerdem werden 108 Nummer „Andre Vegetabilische Stücke“ (Zwischenüberschriften: „Hölzer, Wurzeln, Blätter, Früchte“ „Seetang, Byssus“) genannt.
Die Herbarien, Pflanzenpräparaten und ein Aufbewahrungsschrank aus dem Academischen Museum wurden 1792 an den damaligen neuen Direktor des botanischen Gartens, Georg Franz Hoffmann (1760–1826), abgegeben. Hintergrund dieser Maßnahme war die Tatsache, dass es nicht gelungen war, das Herbar des 1791 verstorbenen Vorgängers von Hoffmann, Johann Andreas Murray (1740–1791), für die Universität und somit für den Lehrbetrieb anzukaufen, vgl. Brief Heynes an das Geheime Ratskollegium vom 29. Jan. 1792, Dougherty, Frank William Peter: The correspondence of Johann Friedrich Blumenbach. Rev., augm. and ed. by Norbert Klatt. Band 4 (1791–1795). Göttingen: Klatt, 2012, S. 144–145 Nr. 726. Ersatzweise wurden Hoff­mann die Herbarien aus dem Academischen Museum zur Verfügung gestellt. Diese Notlösung beschrieben Blumenbach und Heyne gegenüber der Landesregierung in Hannover als wissenschafts­systematisch gerechtfertigte Neustrukturierung der Göttinger Forschungseinrichtungen durch die Gründung eines Spezialmuseums:
In dem academischen Museum sind bisher verschiedene herbaria und Pflanzen aufbewahret worden. Diese Partie gehört zwar zum Naturreich; kan aber auch als verschieden betrachtet und zum Gegen­stand eines besondern Studii gemacht werden, welches unter dem Nahmen der Botanic seinen eignen Professor hat. Der Professor Hofmann, der einen lebhaften Eifer für seine Wissenschaft beweiset, hat gleich, wie er hieher kam, eine Sammlung trockner Pflanzen bey der botanischen Lehrstelle vermißt und gewünscht. Der Anschlag auf die vom verstorbenen Murray hinterlassene Sammlung schlug fehl. Es bleibt nun nichts übrig, als daß er selbst eine solche Sammlung anleget, welche aber forthin bey dem botanischen Garten und bey der Profession bleibt, also eine acade­mmische Sammlung und ein neues zur Universität gehöriges Institut, oder botanisches Museum wird. Hiezu könnte als Grundlage der ganze Vorrath botanischer Sammlungen, der im acadeischen Museum vorhanden ist, an ihn abgeliefert werden, unter der Voraussetzung und Bedingung, daß der Professor der Botanik forthin für die Erhaltung derselben so wohl als für Bereicherung und grössere fortgesetzte Vollständigkeit pflichtmäsige Sorge trüge. […] [Uns] liegt mehr an dem gemeinen Nutzen und am Beßten der Universität, als an der ausschliessenden Ehre, im Museum alles vereiniget zu sehen, was dahin gezogen werden kan. (Brief an das Geheime Ratskollegium in Hannover vom 14. Mai 1792, Dougherty, Correspondence, Band 4, S. 155–156 Nr. 737.
Der Umfang der 1792 abgegebenen Bestände ist in einer Quittung Hoffmanns vom 6. Juni 1792 dokumen­mtiert (Dougherty, Correspondence, Band 4, S. 166 Nr. 0747). Es handelte sich um 83 Herbarienbände und 32 Konvolute mit teilweise ungebundenen Blättern. Zu einem Teil der Bände gibt es in der Quittung Angaben zu ihre Herkunft oder ihrem Inhalt: „12 Volumina malabarischer Pflanzen […]; 47 Volumina getrockneter Pflanzen vom Leibarzt [August Johann von] Hugo […]; 12 Volumina getrockneter Pflanzen […] wovon einige die Aufschrift: Halleri führen; 4 Volumina getrockneter Pflanzen mit der Aufschrift: G. Forster plantae florae australis“. Die abgegebenen Bände und Objekte befanden sich ab 1792 in einem Zimmer der Dienstwohnung des Direktors auf dem Gelände des botanischen Gartens.
1782 erhielt die Universitätsbibliothek Göttingen Bücher und Manuskripte aus dem Besitz von Johann Heinrich Meibom (1590–1655) und desen Sohn Heinrich (1738–1700). Unter diesen war offenbar auch ein Herbar, vgl. Dougherty, Frank William Peter: The correspondence of Johann Friedrich Blumenbach. Rev., augm. and ed. by Norbert Klatt. Band 1 (1773–1782). Göttingen: Klatt, 2006, S. 320–321 Nr. 200. Es war bei der Ankunft in Göttingen von Schädlingen („Buchwürmer“) befallen. Die Herausgeber des Blumenbach-Briefwechsels geben an, das Herbar sei nicht aufbewahrt worden und tauche deshalb in den Akten über die Schenkung der Meibom-Sammlung nicht auf (a. a. O., S. 321 Anm. 4). In einem Bericht über die Meibom-Sammlung erwähnte Blumenbach das Herbar nicht (vgl. „Nachricht von der auf der Göttingischen Bibliothek befindlichen Meibomischen Sammlung medicinischer Handschriften.“ In: Medicinische Bibliothek, Bd. 1, 2. Stück (1783), S. 368–377; Digitalisat).
1832 erwähnte Friedrich Gottlieb Bartling (1798–1875) in Zusammenhang mit seiner Initiative zur Einrichtung eines (neuen) Universitätsherbariums, es gebe im Academischen Museum „einige […] zum Theil unbrauchbar gewordene Fascikel sibirischer Pflanzen“ (Schreiben Bartlings an das Universitätskuratorium vom 9. Sept. 1832, Göttingen, Universitätsarchiv, Kur., 5584; zitiert nach Ahrens, Frauke Johanna: Das Herbarium Göttingen, 1832–1852. Akteure, Praktiken, Wissensformate. Göttingen: Universitätsverlag, 2020, S. 29 Anm. 53; Digitalisat).
Die 1792 genannten Herbarien befinden sich heute im Göttinger Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften, vgl. Wagenitz, Gerhard: „Das Herbar des Albrecht-von-Haller-Instituts für Pflanzenwissenschaften – Archiv und Forschungsstätte.“ In: Hoffmann, Dietrich; Maack-Rheinländer, Kathrin (Hg.): »Ganz für das Studium angelegt«: Die Museen, Sammlungen und Gärten der Universität Göttingen. Göttingen 2001, S. 235–242, hier S. 236–237, mit Abbildungen und Angaben zur Provenienz der Herbarien; Beisiegel, Ulrike (Hg.): Die Sammlungen, Museen und Gärten der Universität Göttingen. Zweite Auflage. Göttingen: Universitätsverlag, 2018, S. 92–93; downloadbare Online-Version.
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