chevron-up
Blumenbachs private Sammlungen
Sammlungsgebiete Publikationen Blumenbachs zu seiner Sammlung
Verzeichnisse Schädelsammlung (neues Fenster)
Blumenbachs Wohnhaus in Göttin­gen. Historisches Foto. Blumenbachs private Sammlungen befanden sich in diesem Gebäude in der Straße „Neustadt“, das er ab 1784 bewohnte. Das Gebäude wurde 1971 abgerissen.
Literaturhinweis: Zur Rolle von privaten Professorensammlungen einerseits als persönliches For­schungsinstrument und „symbo­lisches Kapital“ und andererseits als Bestandteil der Universität und ihrer sozialen und materiellen Infrastruktur vgl. Mariss, Anne: „Kunst-und Naturalienkammern in Professorenhaushalten: Polyvalente Wissensräume an der Schnittstelle zwischen Gelehrsamkeit und Geselligkeit.“ In: Dolezel, Eva, u. a. (Hg.): Ordnen, Vernetzen, Vermitteln: Kunst- und Naturalienkammern der Frühen Neuzeit als Lehr- und Lernorte. Halle/Saale: Leopoldina, 2018 (Acta Historica Leopoldina Nr. 70), S. 205–230; Digitalisat (via academia.edu; mit abweichender Paginierung).
Sammlungsgebiete
Nach Blumenbachs Tod wurde zur Vorbereitung des Ankaufs seiner Privatsammunlg für das Academische Museum der Universität zwei Gutachten über ihren wissenschaftlichen und finanziellen Wert erstellt. Johann Friedrich Ludwig Hausmann (1782–1859) beschrieb in seinem Gutachten die Sammlungen aus den Bereichen Mineralogie, Geologie, Paläontologie, Gemmologie und Meteoritenkunde sowie Technologie:
„1. Zwei Schränke mit 88 Auszügen, enthaltend eine systematische Sammlung von einfachen Mineralien und Gebirgsarten, nebst einigen Hüttenproducten, größtentheils in mittlerem Format.
2. Zwei Glasschränke mit größeren Stücken von einfachen Mineralien.
3. Ein Schrank mit 10 großen Auszügen, Petrefacten enthaltend.
4. Zwei Repositorien mit größeren Petrefacten und fossilen Knochen.
5. Ein Schrank mit 48 Auszügen, mit mancherlei Mineralien, worunter eine Sammlung von Börnstein [d. h. Bernstein], und verschiedenen technologischen und antiquarischen Merkwürdigkeiten.
6. Ein Glasschrank mit mannigfaltigen technologischen und antiquarischen Merkwürdigkeiten, wozu namentlich 3 sog. Etrurische Gefäße gehören.
7. Eine Sammlung von Meteorsteinen.
8. Eine Sammlung von Demanten.
Außerdem ist ein bedeutender, in Repositorien aufgehäufter Vorrath werthloser Mineralien vorhanden.“ (Reich, Mike, und Gehler, Alexander: „Der Ankauf der Privatsammlung von J. F. Blumenbach (1752–1840) durch die Universität Göttingen.“ In: Philippia 15 (3) (2012). S. 169–187, S. 171; Digitalisat).
Arnold Adolph Berthold (1803–1861) beschrieb in seinem Gutachten die Sammlungen aus den Bereichen Zoologie, Anatomie, Anthropologie und Ethnographie. Er nennt darin (außer den Objekten der im engeren Sinne anthropologischen Sammlung, d.  Schädel, Mumien, Trocken- und Feuchtpräparate, Abgüsse, Gemälde, Zeichnungen):
1. „2) […] Gegenstände für Zoologie, namentlich die ausgestopften und in Spiritus enthaltenen Säugethiere […] Vögel […] Amphibien […] Fische […] die wirbellosen Thiere […] Gegenstände für vergleichende Anatomie […] Gegenstände für Anatomie, Physiologie und Pathologie […] Gegenstände aus dem Pflanzenreich […] Verschiedene ethnographische Gegenstände“. (Ebd., S. 176).
Die Privatsammlung enthielt auch „allerhand Geräthe, Putz, Waffen fremder Völkerschaften“ (Universitätsarchiv Göttingen, Kur 4Vg/46; zitiert nach Urban, Manfred: „Die Erwerbungsgeschichte der Göttinger Sammlung/ The Acquisition History of the Göttingen Collection.“ In: Hauser-Schäublin, Brigitta; Krüger, Gundolf (Hg.): James Cook. Gaben und Schätze aus der Südsee. Die Göttinger Sammlung Cook/Forster / James Cook. Gifts and Treasures from the South Sea. The Cook/Forster Collection, Göttingen. München, New York: Prestel, 1998, S. 56–85, hier S. 77). Auch diese Objekte wurden offenbar für das Academische Museum angekauft, wie aus einem Verzeichnis hervorgeht, das von Johann Friedrich Osiander (1787–1855) erstellt wurde: „Gegenstände zur ethnographischen Sammlung des acad. Museums[.] Aus der Blumenbachschen Sammlung 1841“ (Archiv des Instituts für Ethnologie der Universität Göttingen; Transkription in Bucher, Gudrun: Von 66 Kunstsachen zum Institut für Völkerkunde 1773 bis 1935/36. Göttingen: Universitätsverlag, 2023 [Digitalisat], S. 123–129, mit Identifikation der Objekte in den modernen Göttinger Sammlungen und vier Abb.). Das Verzeichnis umfasst 56 Nummern, hinter denen sich mindestens 116 Objekte verbergen (Bucher, a. a. O., S. 123).
Sammlungsgebiete
Historische Publikationen
Blumenbachs handschriftliche Sammlungsverzeichnisse
In Blumenbachs Nachlass in der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen befinden sich vier handschrift­liche Verzeichnisse bzw. Teilverzeichnisse von Blumenbachs privaten Sammlungen. Sie wurden zu verschie­denen Zeitpunkten begonnen und über einen längeren Zeitraum ergänzt und aktualisiert.
Manuskriptbeschreibungen in [Meyer, Wilhelm:] Die Handschriften in Göttingen. Bd. 3. Universitätsbibliothek. Nachlässe von Gelehrten, Orientalische Handschriften. Handschriften im Besitz von Instituten und Behörden. Register zu Band 1–3. Berlin, Verlag von A. Bath, 1894 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, 1, Hannover, 3), S. 76 ff.; Digitalisat.
Die Handschriften Cod. Ms. Blumenbach I, Nr. 1, Nr. 3, Nr. 4 und Nr. 4-Anhang verzeichnen Blumenbachs Sammlung zur Physischen Anthropologie (siehe gesonderte Übersicht). Nur in Cod. Ms. Blumenbach I, Nr. 2 sind auch andere Sammlungsgebiete erfasst:
Cod. Ms. Blumenbach I, Nr. 2.
„227 Bl. in 4°, Schädel und was sonst den Menschen angeht, Zoologie, Vegetabilien, Conchylien, Einiges zur Kunstgeschichte (Gemälde, viele Medaillen); das Verzeichnis der Schädelsammlung scheint 1794 abgeschlossen zu sein; die übrigen Verzeichnisse sind theilweise noch nach 1800 ergänzt.“ ([Meyer], a.a.O.).
Digitalisat; Transkription (durchsuchbare PDF-Datei; vorläufige Fassung, Dez. 2020).
Die in dem Verzeichnis aufgeführten Gemälde gelangten 1840 offenbar zusammen mit der übrigen Privatsammlung in das Academische Museum der Universität. Bei einem dieser Gemälde (verzeichnet auf fol. 196r) handelt es sich um ein Stillleben mit Paradiesvogel, Kaurischnecken, Taschenuhr und Portraitmedaillon, das von Blumenbach in seinen Vorlesungen gezeigt wurde, vgl. Stollberg, Jochen; Böker, Wolfgang (Hg.): „… Die Kunst zu sehn“. Arthur Schopenhauers Mitschriften der Vorlesungen Johann Friedrich Blumenbachs (1809–1811). Mit einer Einführung von Marco Segala. Göttingen: Universitätsverlag 2013 (Schriften zur Göttinger Universitätsgeschichte. Band 3), S. 57 (Online-Version via Göttinger Universitätsverlag). Das Bild wurde 1923 von der Universität Göttingen verkauft und konnte 2020 zurückgekauft werden, vgl. Datensatz (mit Abbildungen) zu diesem Gemälde im Sammlungsportal der Universität Göttingen.
Es existiert außerdem ein elfseitiges Manuskript über die Privatsammlung, enthalten in:
Cod. Ms. Blumenbach X, Verschiedenes
Vgl. [Meyer], a.a.O., S. 80–81: „Blumenbach über seine Sammlungen, insbesondere wie dieselben das academische Museum ergänzen (11 Bl.).“ Es handelt sich um eine Sammelhandschrift, der angegebene Titel stammt nicht von Blumenbach, sondern von Wilhelm Meyer, dem Verfaser der Manuskriptbeschreibung. Zu den Bestandteilen dieser Sammelhandschrift vgl. Datensatz des Kalliope-Verbunds.
Die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen besitzt ein weiteres Verzeichnis von Objekten in der Privatsammlung:
Blumenbach Handschrift III: „Catalogus von Thieren und Gehäusen derselben aus den II weißblütigen Claßen [d. h.: Insekten und Würmer] it[em] von Vegetabilischen Stücken“. Digitalisat (via Göttinger Digitalisierungszentrum).
Dunkelbraun marmorierter Einband, Format 13,5 x 18 cm, 107 Blätter, mit moderner Bleistiftfoliierung; ab fol. 75r leer. Aus zwei Blättern wurden kleine Abschnitte herausgeschnitten, einige Seiten sind vollständig herausgeschnitten. Die meisten Seiten enthalten nur wenige Eintragungen: Auflistung verschiedener Tiere, größtenteils Conchylien, und (ab fol. 57) Pflanzen, dazu Literaturangaben, Angaben zu Abbildungen und zu Donator und Donationszeitpunkt.
Inhalt (laut Zwischenüberschriften in grüner Tinte):
fol. 1-19r [keine Überschrift; Käfer und Insekten]
fol. 19v „Seekonchylien“
fol. 35v „von Land- und Fluß-Conchylien“
fol. 37v „Sammlung Schweizerischer Land- und Fluß-Conchylien. Zumahl aus den Berneralpen. Gesammelt und geordnet vom Pfarrer Studer in Bern“ (endet fol. 43v)
ab fol. 45v: [Fortsetzung der „Land- und Fluß-Conchylien“?]
fol. 57r (bis fol. 74v) „Zum Pflanzenreich“
Eingeklebt innen auf dem hinteren Buchdeckel zwei Tabellen (nicht von Blumenbachs Hand):
Meine Bestimmung der auf dem einen Rähmchen befindlichen Insekten
Bestimmung der auf dem and[eren] Rähmchen befindl[ichen] Conchylien nach Draparnaud.
Das Schriftbild lässt darauf schließen, dass Blumenbach die Eintragungen zu unterschiedlichen Zeiten und bis ins hohe Alter vorgenommen hat, vgl. fol. 62r zu einem Stück von einem Adlerholzbaum die Angabe „erh. v. H. Schloßhptm. [Wilhelm Carl Ernst] v. Knigge [1771–1839] (der es aus der Levante mitgebracht) Apr. 1826“.
Dass es sich um ein Verzeichnis der Privatsammlung handelt, ergibt sich einerseits aus Verweisen auf Blumenbachs Abbildungen naturhistorischer Gegenstände bei einigen Objekten. In den Kommentaren zu den Abbildungen gibt Blumenbach zumeist an, wo sich das Original des abgebildeten Objekts befindet; vgl. etwa „Mantis precaria“: fol. 4v „Abbild. n. h. Gegenst. IX Heft tab. 88“, dort die Angabe „Mein Exemplar der hier abgebildeten Gattung habe ich vom Cap erhalten“; „Termes fatalis“: fol. 9v mit dem Hinweis „Abbild. n. h. Gegenst. I Heft tab. 9“, wo Blumenbach angibt „Ich verdanke eine vollständige Folge dieser berufnen Geschöpfe der Güte des Herrn Ritter Banks“; „Aranea tarantula“: fol. 11v „s. Abbild. naturhistor. Gegenstände IV Heft tab. 38“, dort der Hinweis „in natürlicher Grösse nach einem Exemplar in meiner Sammlung“. Außerdem erscheinen einige Objekte sowohl in diesem Verzeichnis als auch im oben genannten Verzeichnis SUB Göttingen Cod. Ms. Blumenbach I, Nr. 2, z. B. „mancherley Sorten von Tabasheer“ (fol. 69v/fol. 156r); „wohlriechendes Harz vom Calabrischen Oelbaum […] erhalten v. Dr. [Friedrich Wilhelm] Lust“ (ibid.); „Scammonium genuinum aus Aleppo […] v. Dr. Patr. Russell“ (ibid.).
1840 berichtete Arnold Adolph Berthold in Zusammenhang mit dem Ankauf der Privatsammlung Blumenbachs für das Academische Museum der Universität Göttingen (s. o.) von sechs handschriftlichen Verzeichnissen Blumenbachs (vgl. Reich und Gehler, a. a. O., S. 174), von denen sich drei gegenwärtig in Göttinger Archiven nachweisen lassen:
„Catalog A. »der Schädelsammlung und des übrigen dazu gehörigen anthropologischen Apparats« […] sehr vollständig und bis auf die neueste Zeit fortgeführt“; heute Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Cod. Ms. Blumenbach I, Nr. 4; Beschreibung und Link zu Digitalisat.
„Catalog A.a. »Verzeichniß porträtmäßiger Abbildungen von Menschen fremder Völkerschaften in Büchern oder auf einzelnen Blättern« […] ein Verzeichniß der in verschiedenen anthropologischen, ethnographischen und Reise-Werken befindlichen Abbildungen mit hinzufügung [sic] einer Anzahl in dem Catalog A schon verzeichneter, in der Sammlung wirklich vorhandener Gemälde, Kupferstiche“; heute Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen, Blumenbach Handschrift II; Digitalisat.
„Catalog C »von Thieren und Gehäusen derselben aus den 11 [lies: II] weißblütigen Classen, it. von vegetabilischen Stücken«“, mit dem Hinweis, dieses Verzeichnis sei „weder vollständig noch bis auf die neueste Zeit fortgeführt“; heute Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen, Blumenbach Handschrift III, s. Handschriftenbeschreibung; Digitalisat.
Nicht identifiziert sind bisher die drei übrigen, von Berthold genannten Verzeichnisse:
„Catalog B »von Thieren und Theilen derselben und Präparaten davon, aus den 4 rothblütigen Classen« bezieht sich sowohl auf die Zoologie, aber auch auf die vergleichende Anatomie […] weder vollständig noch bis auf die neueste Zeit fortgeführt“.
„Catalog D »von Präparaten und Instrumenten zu meinen osteologischen und physiologischen Vorlesungen«“, von dem ebenfalls angegeben wird, es sei unvollständig und nicht aktuell.
„Catalog E. »von Thierskeleten [sic], einzelnen Theilen und Präparaten zur Anatomia comparata« […] ein in neuerer Zeit angefertigter Auszug der genannten Gegenstände aus dem Catalog B. mit hinzufügung [sic] später in die Sammlung gelangter Specimina“.
Sammlungsgebiete
Verzeichnisse
Publikationen Blumenbachs mit Hinweisen auf seine Privatsammlung
Aufsätze         Handbuch der Naturgeschichte         Abbildungen naturhistorischer Gegenstände
Blumenbach hat in seinen Publikationen gelegentlich Objekte in seiner Privatsammlungen erwähnt. Bisher sind ermittelt:
„Die Brodfrucht aus O-taheiti ins Englische Westindien verpflanzt.“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 1, 2. Stück (1798), S. 110–111. Bibliographie-Nr. 00849.
Mit Erwähnung von Blumenbachs eigenem Exemplar der Brotfrucht, ebenfalls erwähnt in Medicinische Bibliothek Bd. 3, 4. Stück (1795), S. 722–723, mit der Angabe, sie sei in Spiritus konserviert.
„Ueber einige ägyptische Fossilien.“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 2, 1. Stück (1800), S. 26–30. Bibliographie-Nr. 00862.
Über Gesteinsproben aus Gizeh für Blumenbachs eigene Sammlung und das Academische Museum.
„Einige naturhistorische Seltenheiten und Bemerkungen vom Vorgebirge der guten Hoffnung.“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 4, 5. Stück (1802), S. 671–679. Bibliographie-Nr. 00899.
Beschreibungen der von Christian Heinrich Friedrich Hesse an Blumenbach geschickten „Fülle von wichtigen Naturseltenheiten für meine Sammlung“ (S. 671), d. h. also für Blumenbachs Privatsammlung.
„Fernere Reisenachrichten vom Herrn D. Langsdorff. *) Aus einem Briefe desselben an Hrn. Hofr. Blumenbach.“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 7, 3. Stück (1804), S. 233–253. Bibliographie-Nr. 00905.
S. 251–252 Erwähnung und Beschreibung von Meteoriten in Blumenbachs Sammlung.
„Wieder naturhistorische Seltenheiten und Bemerkungen vom Vorgebirge der guten Hoffnung.“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 12, 6. Stück (1806), S. 508–518. Bibliographie-Nr. 00933.
Beschreibungen der von Christian Heinrich Friedrich Hesse an Blumenbach geschickten Sammlungsobjekte aus Südafrika; wohl wie die 1802 angezeigten, von Hesse erhaltenen Sammlungsobjekte Teil der Privatsammlung Blumenbachs.
„Fernere Reisenachrichten vom Herrn D. Langsdorff. *) Aus einem Briefe desselben an Hrn. Hofr. Blumenbach.“ In: Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde Bd. 11, 4. Stück (1806), S. 297–309. Bibliographie-Nr. 00915.
Unter anderem Erwähnung von Zeichnungen und von einem Schafsschädel, die für Blumenbachs Naturaliensammlung vorgesehen sind, und (S. 308 Anm. *) eines Fischpräparats, das sich bereits in seiner Sammlung befindet.
In seinem Handbuch der Naturgeschichte verweist Blumenbach auf Objekte aus seiner eigenen Sammlung, oft mit Nennung des Donators.
Die Erwähnungen wurden mithilfe der Suchbegriffe „Sammlung“, „besitze“ und „mein“ ermittelt; etwaige anders formulierte Besitzhinweise sind also nicht erfasst. Verzeichnet wird jeweils nur die erstmalige Erwähnung.
1. Auflage, 1779 (Teil 1)/ 1780 (Teil 2) (Bibliographie-Nr. 00021 und 00022): antiker Siegelring (S. 480); Zeolithes (S. 492); Rubin (S. 449); weißer Marmor (S. 486); gediegenes Kupfer von der Insel Feroe (S. 529); fossiler menschlicher Fingerknochen (S. 547); fossile Venusmuschel (S. 551); mehrere Proben fossilen, mineralisierten Holzes (S. 560)
Anm: Blumenbach spricht von sich im Pluralis modestiae („wir besitzen“); dass er damit nicht die Sammlung des Acadmischen Museums meint, sondern seine eigene Sammlung, wird ab der dritten Auflagen des Handbuchs deutlich, in der beim Verweis auf einige dieser Objekte die Formulierung „ich besitze“ verwendet wird; vgl. außerdem die Gegenüberstellung „im Museum … wir selbst besitzen“ S. 547.
2. Auflage, 1782 (Bibliographie-Nr. 00023): ein etruskischer Karneolskarabäus (S. 323); Buschspinne (S. 396); brauner Turmalin (S. 503).
3. Auflage, 1788 (Bibliographie-Nr. 00024): „Carmoisin-Schlange“ (S. 276); „eine ganze Sammlung der verschiednen Apulischen Spinnen“ (S. 439); Meeresschneckenhäuser aus der Adria (S. 442); Feuerassel (S. 447); (S. 472); „Clio limacina“ (S. 472); Seestern mit vier nachgewachsenen Strahlen (S. 502); fossiler „Schedel von Nordischen Polar-Bären aus der Gaileneuter-Höle“ (S. 560 Anm. *); Sinter/Tropfstein aus dem Irak und aus der Scharzfelder Knochenhöhle (S. 571); Quarz von der Schneekoppe (S. 595); Steinsalz aus Siebenbürgen (S. 622); Fossilien aus den Schweizer Alpen („Strombiten von der Höhe der diablerets an der Grenze des Walliserlandes, Pectunculiten vom hohen Mesmer im Appenzellerland“) (S. 662); Fossil (eines Vogelknochens?) vom Göttinger Hainberg (S. 668); mehrere fossile Schildkrötenpanzer (S. 669).
4. Auflage, 1791 (Bibliographie-Nr. 00025): In der Einleitung (S. VIII) erklärt Blumenbach, er besitze von allen im Handbuch genannten Mineralien Proben in seiner eigenen Sammlung; in den folgenden Auflagen wird diese Aussage nicht wiederholt. Ausdrücklich nennt er darüberhinaus bei folgenden Mineralien Angaben zum spezifischen Gewicht, die Georg Christoh Lichtenberg an Stücken aus Blumenbachs Sammlung ermittelt hat (vgl. S. 540 Anm. *): Zirkon (S. 540 Anm. *), Granat (S. 547), „Edelspath“ (S. 564), chinesischer „Diamantspath“ d. h. Corund (S. 565), „Topfstein“ (S. 586), Nephrit aus Ägypten (S. 588) und Neuseeland (S. 589), „Stralgyps“ (S. 599), Strontianit (S. 608), Witherit (S. 610). Außerdem nennt er als Teile seiner Sammlung (bei Mineralien meist mit Beschreibung besonderer Merkmale seiner Exemplare): „Strahl-Tremolit“ (S. 552); „Girasol“ (S. 542); vielfarbiger Achat mit Heliotropeinschlüssen (S. 558 Anm. *); (angeblicher) „Diamantspath aus Lyonais und Castilien“ (S. 566 Anm. *); „Bitumioser Mergelschiefer“ (S. 600f.); „Gyps- und Selenit-Arten aus der Gegend von Paris“ (S. 603); „Dichter Schwerspath“ aus Deutschland und England (S. 611 Anm. *); „Schinesiche[s] Kalin ein Gemenge von crystallisirtem Wolfram mit weißlichem Zinnstein in Quarz“ (S. 633 Anm. *); Zink („Tuttanego aus Malacca“) (S. 641); „Smirgel“ (Eisenkalk mit Kieselerde) (S. 653 Anm. *); dichtes „elastisches Erdharz“ (S. 666); Kohlenblende aus Kongsberg (S. 673); Fossilien zweier Arten von „Medusenpalme[n]“ (S. 700); fossiles Holz aus dem Westerwald (S. 704).
5. Auflage, 1795 (Bibliographie-Nr. 00026): „wachsähnliches weißes Lack“ aus Madras (S. 343 Anm. *); Glimmer aus Grönland (S. 555 Anm. *); Steinmark von St. Helena (S. 563 Anm *); Basalt vom „Giant’s Causeway“ (S. 566 Anm. *); Tuffwacke aus Andernach (S. 568 Anm. *); glasartiger Tremolit aus Ceylon (S. 580 Anm. *); Ostraciten aus Oxfordshire (S. 592 *); mehrere Proben von antikem rotem Granit (S. 610 *); „Uebermengter Porphyr“ vom „Elephanta Rock“ (S. 614 Anm. *); Puddingstein (S. 615 Anm. *); Schwefel von Teneriffa (S. 630 Anm. *); Graphit aus Sibirien (S. 638 Anm. **); eine Suite von Rohdiamanten (S. 639 *); Platindraht und mit Platin beschichtetes Kupferblech (S. 646 Anm. *); Kupfererz aus Südamerika (S. 660 *); Probe eines südamerikanischen Eisenmeteoriten (S. 662 Anm. *); „calcinirten Osteolithen vom Knochenfels zu Gibraltar und von der Insel Cerigo“ (S. 702 Anm. *); Fischfossil (S. 706).
6. Auflage, 1799 (Bibliographie-Nr. 00027): Traß aus Andernach (S. 568 Anm. *); von Pflanzenfossil aus dem Harz (S. 707 Anm. *).
7. Auflage, 1803 (Bibliographie-Nr. 00029): (lebendiges) Opossum (S. 88 Anm. *); (lebendiger) Waschbär (S. 95 Anm. *); Suite von Bernstein-Proben (S. 647 Anm. *); „mandelförmige Samenkapsel des ehemahligen Börnsteinbaumes“ (S. 648 Anm. *); Tantalum (S. 711).
8. Auflage, 1807 (Bibliographie-Nr. 00030): missgebildeter Ferkelkopf (S. 21); 2 (Spirituspräparate von?) Stachelschwein-Föten (S. 49 Anm. *); Suite von Trapp/Wacke in Form von „Mandelsteine[n]“ (S. 592 Anm. *); Proben der Meteoriten („Aërolithen“) von Ensisheim, Maurkirchen, Benares, L’Aigle und Charkow (S. 603 Anm. **); „Pechkohle von Reigoldswyl im C[anton] Basel“ (S. 659 Anm. **).
9. Auflage, 1814 (Bibliographie-Nr. 00031): Schädel einer Hyäne, Schädel oder Skelett einer Löwin (S. 104 Anm. **);
11. Auflage, 1825 (Bibliographie-Nr. 00033): griechische Zikade (S. 297 Anm. *).
In den Abbildungen naturhistorischer Gegenstände gibt Blumenbach in 46 Fällen Objekte aus seiner Privatsammlung als Vorlage an, meist mit Nennung des Donators.
Nr. 6 (Canis familiaris. var. Terrae nouae), Bibliographie-Nr. 00662
Nr. 9 (Termes fatalis, Termite), Bibliographie-Nr. 00665
Nr. 15 (Kupferstich des Trichechus Rosmarus (ein Walross)), Bibliographie-Nr. 00671
Nr. 18 (Vier Glieder des Säulen-Basalts von Giant’s Causeway), Bibliographie-Nr. 00674
Nr. 19 (Backenzahn des fossilen Ohio-Incognitum), Bibliographie-Nr. 00675
Nr. 20 (Murex contrarius fossilis; auch: rezentes Exemplar), Bibliographie-Nr. 00676
Nr. 24 (Buceros rhinoceros. Der Nashornvogel, Calao (Schädel)), Bibliographie-Nr. 00680
Nr. 29 (Gryllus migratorius. Die verheerende Zugheuschrecke), Bibliographie-Nr. 00685
Nr. 32 (Ursus arctos. Bären-Embryo), Bibliographie-Nr. 00688
Nr. 38 (Aranea tarantula), Bibliographie-Nr. 00694
Nr. 40 (Phacites fossilis. Linsenstein; 3 Exemplare), Bibliographie-Nr. 00696
Nr. 41 (Ornithorhynchus paradoxus. Das Schnabelthier), Bibliographie-Nr. 00697
Nr. 43 (Castor fiber. Der Biber), Bibliographie-Nr. 00699
Nr. 48 (Abbildung des Glaucus atlanticus), Bibliographie-Nr. 00704
Nr. 50 (Entomolithus paradoxus. Eine Gattung von Trilobiten), Bibliographie-Nr. 00706
Nr. 52 (Schedel des Orang-Utang, von Borneo), Bibliographie-Nr. 00708
Nr. 53 (Bradypus tridactylus. Das dreyzehige Faulthier (Aï)), Bibliographie-Nr. 00709
Nr. 54 (Didelphis marsupialis. Das Opossum), Bibliographie-Nr. 00710
Nr. 57 (erwähnt: einige alt-etruscische Vasen; Abbildung einer Vase), Bibliographie-Nr. 00713
Nr. 58 (Ostracion bicuspis (Panzerfisch)), Bibliographie-Nr. 00714
Nr. 59 (Serpula contortuplicata (Röhrenwurm)), Bibliographie-Nr. 00715
Nr. 60 (Encrinites fossilis. Lilienstein), Bibliographie-Nr. 00716
Nr. 61 (Monströser Kopf eines Ferkels), Bibliographie-Nr. 00717
Nr. 62 (Ursus lotor. Der Waschbär), Bibliographie-Nr. 00718
Nr. 66 (Testudo graeca), Bibliographie-Nr. 00722
Nr. 67 (Cancer dromia (ostindische Krabbe)), Bibliographie-Nr. 00723
Nr. 69 (Venus mercenaria (eine Venusmuschel)), Bibliographie-Nr. 00725
Nr. 70 (Pentacrinites fossilis. Medusenpalme), Bibliographie-Nr. 00726
Nr. 71 ( Sciurus volans. Das fliegende Eichhörnchen), Bibliographie-Nr. 00727
Nr. 73 (Phoca vitulina. Der Seehund (2 Exemplare)), Bibliographie-Nr. 00729
Nr. 76 (Certhia muraria. Der Mauerspecht), Bibliographie-Nr. 00732
Nr. 80 (Madreporites lenticularis (Linsenstein)), Bibliographie-Nr. 00736
Nr. 81 (Hystrix cristata. Das gemeine Stachelschwein), Bibliographie-Nr. 00737
Nr. 82 ( Myrmecophaga jubata. Der grosse Ameisenbär oder Tamandua mit dem Büschelschweif), Bibliographie-Nr. 00738
Nr. 85 (Vultur barbatus. Der Lämmertgeyer (Zeichnung)), Bibliographie-Nr. 00741
Nr. 86 (Tantalus ibis), Bibliographie-Nr. 00742
Nr. 87 (Lacerta scincus. Vulgo der kleine Landcrocodill), Bibliographie-Nr. 00743
Nr. 88 (Mantis precaria. Eine Art von wandelndem Blatt oder Gottesanbetherinn), Bibliographie-Nr. 00744
Nr. 89 (Holzstück mit Bohrgängen des Pfahlwurms), Bibliographie-Nr. 00745
Nr. 90 (Pennatula phosphorea. Die rothe Seefeder), Bibliographie-Nr. 00746
Nr. 92 (Sus aethiopicus. Das Emgalo (Kopfpräparat)), Bibliographie-Nr. 00748
Nr. 95 (Delphinus delphis. Delphin (Zeichnung)), Bibliographie-Nr. 00751
Nr. 96 (Paradisea alba. Der weisse Paradiesvogel), Bibliographie-Nr. 00752
Nr. 98 (Draco volans. Die fliegende Eidechse), Bibliographie-Nr. 00754
Nr. 99 (Squalus zygaena. Der Hammerfisch), Bibliographie-Nr. 00755
Nr. 100 (Exococtus mesogaster. Einer der sogenannten fliegender Häringe), Bibliographie-Nr. 00756
Zahlreiche Hinweise auf Objekte in Blumenbachs privaten Sammlungen finden sich seinem Briefwechsel.
Startseite    Übersicht Impressum    Datenschutzerklärung    Kontakt